Last Updated on 4. April 2021 by Brigitte Bokelmann

So fing alles an.
Mit einer leidenden Mutter (Diagnose Schizophrenie) und einem sehr strengen Vater, dessen Haupterziehungsmittel das Bestrafen war und der nie Zeit für uns drei Kinder hatte, war meine Kindheit gespickt mit traumatischen Erlebnissen. In der Teeniezeit wurde es nicht leichter. Ich durfte nicht auf Partys und hatte oft Stubenarrest, einmal sogar einen ganzen Sommer lang. Und das, obwohl ich nichts getan habe, es war einfach Willkür. Zuhause herrschte die Angst. Als junge Frau war ich von meiner Persönlichkeit her komplett beziehungsuntauglich, in gewissem Sinne arrogant. Mitgefühl kannte ich nicht. Das Wort „Gefühl“ allein schon sagte mir nichts. Mein System war von einem Panzer umgeben. Die weibliche Seite in mir war blockiert, unbewusst wollte ich nicht werden wie meine Mutter.

Die Reise nach innen.
Mit dem Tod meines geliebten Opas begann meine Reise nach innen. Der Schmerz und die Sinnlosigkeit im Angesicht des Todes traf mich tief. Ich verstand damals, dass es einen wirklichen Sinn im Leben nicht gibt, es aber einen in mir geben musste. Über das Buch „Hara“ von Graf Dürckheim, den ich später dann auch in Todtmoos-Rütte besuchte, begann ich autodidaktisch jeden Morgen eine Stunde Za-Zen zu praktizieren. Das war ausgesprochen fruchtbringend, denn ich fand eine ruhige Mitte in mir. Doch etwas fehlte weiterhin. Wieder kam ein Buch daher: „Ganz entspannt im hier und jetzt“ von Jörg Andrees Elten. Es erzählt von seinem Besuch des Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh, später Osho* genannt, in Poona/Indien. Das war´s! Ich war fasziniert, reiste zu ihm nach Indien und später zur Mysterienschule nach Sedona in Kalifornien, machte Gruppen, Workshops und Trainings ohne Ende, und es tat sich einiges. Meine Rüstung begann zu schmelzen, ich wurde lebendig. Die Zeit, in etwa neun Jahre, in einer großen Osho-Gemeinschaft in der Toskana war zweifellos die glücklichste Zeit bis dahin. Ich blühte auf. Meditation war meine Lieblingsbeschäftigung, über zwanzig Jahre meditierte ich mindestens drei Stunden täglich.

Dramatische Wende
Nach diesen wunderbaren Jahren kam eine Wende. Eine Beziehung, die überaus glücklich und vielversprechend begann – wir galten als Traumpaar – endete nach einem Jahr in Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit. Doch war sie nur der Vorbote zu einer langjährigen Beziehung, die erneut eine sehr schwierige Phase meines Lebens einläutete. Sie brachte das ganze Ausmaß meiner als Kind nie gefühlten Bedürftigkeit und Schwäche ans Licht. Ich erlebte eine Krise der Ohnmacht und Wut, weinte über Jahre fast täglich und war nahe daran, mich selbst zu zerstören. Panikanfälle, die zu einem beängstigenden Bluthochdruck führten, hatten monatelange Schlaflosigkeit zur Folge. Es war ein Teufelskreis.

Vier Rettungsanker
So schwer es oft war, immer wieder habe ich Verantwortung für meinen Zustand übernommen und alles genutzt für mein inneres Wachstum. Ohne diese Grundbereitschaft wäre jede Hoffnung auf Rettung verloren gewesen. Ein weiterer Anker war ein durch die jahrelange Meditationspraxis gewachsener innerer Raum, in dem ich mich immer wieder aufrichten konnte. Der dritte nicht zu unterschätzende Aspekt waren Heilpraktiker, Osteopathen und Freunde. Es war mir unmöglich, damit alleine klarzukommen, und ich suchte immer Hilfe. Was mich letztlich dann allerdings wirklich aus der Krise herausführte, war Ein Kurs in Wundern©** – Hilfe zur Selbsthilfe mit GOTTES Hilfe. In allen Details zeigt der Kurs auf, wie das Ego mit Schuld und Angst arbeitet und uns zerstören will. Gleichzeitig lehrt er den Weg heraus aus all dem Wahnsinn hin zum inneren Frieden, den weglosen Weg zu dem, was ich wirklich bin. Meine wahre IDENTITÄT, die niemals geboren wurde und niemals stirbt. Weil sie ewig ist. Vollkommen. In mir.

Das Licht wird immer heller.
Heute bin ich dankbar für das, was ich durchgemacht habe, denn es hat mich innerlich wachsen lassen. Manchmal muss man erstmal tief fallen, bevor man Befreiung erlebt und vielleicht sogar mit Gaben beschenkt wird. In meinem Fall hat es mein Herz und meinen Geist geläutert. Das ist kein Spruch, es ist wirklich so. Tatsächlich glaube ich nicht, dass diese Läuterung jemals aufhört. Oder hören wir jemals auf zu lernen, solange wir hier sind?

Mir wurde die Gabe geschenkt, mich mit GOTTES Hilfe auf das Innerste eines Menschen einzustimmen. Ihre Seele versteht mich, wenn ich zu ihr spreche, sie öffnet sich und beginnt Licht zu sehen im Dickicht einer Welt des Schmerzes und der Hoffnungslosigkeit.

P.S.
Meine Eltern leben nicht mehr. Wenn ich an sie denke, empfinde ich liebevolle Dankbarkeit und Mitgefühl. Mit dem oben erwähnten Mann habe ich heute eine freundschaftliche Beziehung, die keiner von uns beiden missen möchte. Wir sind sehr verbunden miteinander, doch ist mir heute klar, dass wir nicht als Paar füreinander geschaffen sind und auch das mit einem dankbaren Gefühl. Die innere Arbeit macht das schier Unmögliche möglich. Und mit den Panikanfällen ist auch der Bluthochdruck vergangen.

Offenbarung

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* Osho

** Ein Kurs in Wundern© Greuthof Verlag, www.greuthof.de