Aktualisiert am 18. Mai 2021 von Brigitte Bokelmann

In diesem Beitrag geht es um den Begriff „GOTT“. Jeder weiß, was damit mehr oder weniger gemeint ist – aber eben nur mehr oder weniger. So sind die Gedanken, die wir über GOTT hegen, nahezu so vielfältig, wie wir Menschen sind. Wie alles andere, entstehen sie aufgrund von Erziehung, Kultur, Gesellschaft aber auch Erfahrung. Die Palette der Reaktionen reicht von erfreutem Einklang über ehrfürchtig, zweifelnd, ablehnend bis hin zu geringschätzig lächelnd. Das motiviert mich, meine Sicht teilen.

Ich bin mir durchaus der Bedeutung des Themas bewusst und erhebe keinen Anspruch, diesem in vollständiger Weise gerecht zu werden, schon gar nicht, weil ich keine Schriftgelehrte bin. Auch möchte ich explizit darauf hinweisen, dass die hier dargelegten Gedanken rein auf meinem einfachen Verständnis beruhen und ich selbstverständlich jedem sein Verständnis zugestehe.

Ganz wichtig: Ich bin nicht hier, um zu missionieren und auch nicht, um zu diskutieren, sondern um zu teilen und zu inspirieren.

Meine eigene religiöse Vergangenheit

Ich selbst bin evangelisch erzogen worden, Religion und Kirche hatten keine besondere Wertigkeit im Leben meiner Eltern, wohl aber im Leben meiner Großmutter mütterlicherseits, die sehr gläubig war und berührende Gedichte geschrieben hat.

Als Teenie war ich von GOTT enttäuscht. In der Schule habe ich gelernt, dass GOTT die Welt erschaffen hat, und wenn ich mir die Welt inklusive meinem eigenen Leben ansah, dachte ich: „Was soll ich mit einem GOTT, der diese Welt erschaffen hat, wenn ich die Welt nicht mag und sie deshalb nicht will?“ Die Bibel mit all ihren (Greuel-)Geschichten mochte ich auch nicht. Mit Jesus hatte ich nichts am Hut, die Kreuzigung löste in mir, wenn überhaupt, Schuldgefühle aus, falls er wirklich für mich gestorben sein sollte. Das fühlte sich nicht gut an. Mit dem HEILIGEN GEIST konnte ich schon gar nichts anfangen.

So war ich vom Zen-Buddhismus angezogen, in dem weniger GOTT als das SEIN gelehrt wird. Osho, damals Bhagwan Shree Rajneesh, wurde in diesem Sinne zum großen Fund für mich. Osho war ein Rebell und räumte mit gängigen Glaubenssätzen gründlich auf. Es gab nichts, was er nicht hinterfragte. Auf praktischer Ebene führte er hilfreiche aktive Meditationen ein, die den unruhigen Geist dazu befähigen sollten, still zu sein. In der Stille dann konnte die Erfahrung vom SEIN leicht geschehen.

Hindernisse zu GOTT

Im folgenden beleuchte ich drei große Hindernisse. Sicher gibt es noch mehr, diese hier sollen genügen.

1. Das Bildermachen
Der Mensch macht sich ständig Bilder, von sich selbst, vom anderen, von Dingen, von der Zukunft und der Vergangenheit. Nicht selten sind diese Bilder ein Leben lang in Stein gemeißelt und werden nicht hinterfragt. Mit traurigen Folgen, die seine Lebenserfahrungen und Beziehungen mitunter stark einschränken.

So hat sich der Mensch auch ein Bild von GOTT gemacht. Dieses Bild gleicht ihm selbst. Im kindlichsten Fall ist GOTT ein Mann mit Bart, der hoch oben im Himmel irgendwo auf einer Wolke sitzt und auf uns herunterschaut, alles genau beobachtet und die Zügel in der Hand hält. IHM werden menschliche Gefühle wie Wut, Rache und Zuneigung zugeschrieben. Genau wie der Mensch liebt ER den einen mehr als den anderen, belohnt hier oder urteilt hart und straft dort. ER entscheidet, wann der Zeitpunkt des Ablebens gekommen ist und opfert seinen über alles geliebten SOHN für den Rest der Welt. Die unendlich tragische Wirkung, die dieses vermenschlichte Bild eines opfernden GOTTES auf den Menschen und seine Vorstellung davon, was GOTT, die Liebe und er selbst ist, hat, kann man sich gar nicht vorstellen. Der Mensch betet GOTT an und fürchtet IHN gleichzeitig als Richter und als Herrscher über Schicksal, Leben und Tod. Er hat einen autoritären Götzen aus IHM gemacht. Sein Verhältnis zu GOTT ist gespalten.

Diejenigen, die sich dieser Bilder bewusst sind und sie nicht mehr wollen, nehmen nicht selten eine generell ablehnende Haltung zu GOTT ein und suchen andere Namen und Wege.

2. Wahrheit und Illusion – Zwei Fragen
„Warum lässt GOTT Leiden zu?“ Diese Frage kursiert in den Köpfen sehr vieler Menschen. Natürlich steht sie im Zusammenhang mit dem Bild, das ein Mensch sich von GOTT macht. Öffnen wir unseren Geist: Was, wenn alles Leiden des Menschen eigenes Machwerk ist und GOTT damit nichts zu tun hat? Was, wenn die Welt, die wir wahrnehmen, so gar nicht existiert? Was, wenn wir projizieren, ja träumen, jeder seinen eigenen kleinen Traum? Was, wenn Adam noch immer in uns schläft und GOTT nur will, dass wir endlich erwachen zu der Liebe, die ER wirklich ist und die wir wirklich sind?
Die zweite Frage, die hier mit rein gehört, ist: „ER hat doch alle Macht und könnte alles so leicht ändern?“ Würde ER in unseren Traum eingreifen, würde ER in etwas eingreifen, was für IHN nicht existiert. ER würde die Illusion wahr machen und uns entmachten, unseren freien Willen missachtend. In unendlicher Liebe und Geduld wartet ER, bis wir bereit sind, den Traum zu verlassen und zur Wahrheit zu erwachen. Sobald wir IHN in unsere Herzen einladen, ist ER „zur Stelle“.
Ein Wort zum Thema Leiden: Weder ist Leiden von GOTT, noch ist es nötig. Wenn wir allerdings auf einem von unserem SELBST entfernten Weg sind, dann werden wir unausweichlich leiden. In diesem Sinne tun wir uns das selbst an. Vielen Menschen ist nicht einmal bewusst, dass es so etwas wie das SELBST gibt. Sie führen ein ehrliches Leben, beachten alle Gebote und verstehen nicht, wieso sie trotzdem leiden. Was ist tragischer als das Leugnen unserer wahren IDENTITÄT, in der wir immer – also auch jetzt – vollkommen geheilt und ganz sind?

3. Die Ver-männ-lichung GOTTES
Dies hat sich für viele zu einem nicht zu unterschätzenden Hindernis im Zeitalter der Gleichberechtigung entwickelt. Und wieder das Bild der Vermenschlichung. Ist GOTT ein Mann oder eine Frau? Hat GOTT ein Geschlecht? Natürlich nicht. Wenn ER kein Geschlecht hat, dann spielt es auch keine Rolle, welches Geschlecht wir benutzen, um uns auf IHN zu beziehen. Auch unser wahres SELBST ist kein Körper, sondern reiner Geist und hat demnach ebenfalls kein Geschlecht. Es ist eins – mit GOTT. Dem Geschlecht eine Bedeutung zu geben, betont, was eine Betonung nicht verdient und verhärtet die Trennung, die es gilt zu überwinden, wenn wir wirklich heilen wollen.

GOTT in meinem Leben heute

Ich bin sehr dankbar, dass ich auf meinem Weg schließlich zu einem GOTT geführt wurde, den ich voll und ganz in meinem Herzen annehmen kann und wie ein Kind neu vertrauen lerne. Ich nehme wahr, wie ich immer froher werde, wie ich mit immer größerer Leichtigkeit Angst und andere Bedrohungen von mir weise, wie meine Beziehungen heilen, wie das Sorgenrepertoire in mir sinkt und wie Frieden sich mehr und mehr in mir ausdehnt. Wie ist das geschehen?

Ein Kurs in Wundern©*
2009 tauchte Ein Kurs in Wundern© in meinem Leben auf. Ich hätte dieses Buch aufgrund seiner sprachlichen Ähnlichkeit zur Bibel niemals gekauft, wenn ich es in einem Buchladen aufgeschlagen hätte. Der Kurs kam über das Buch „Illusionen des Universums“ von Gary Renard auf eine Weise zu mir, die mein Herz und meinen Geist mit Gewissheit berührten: Das habe ich mein Leben lang gesucht, dafür bin ich gekommen. Tatsächlich hatte ich von Beginn meines inneren Weges Ende der 70er an das Gefühl, ein besonderes Buch würde auf mich warten.

Mit Ein Kurs in Wundern© erhielt ich u.a. ein völlig neues Verständnis vom Willen GOTTES und vom freien Willen: Der freie Wille bedeutet, dass ich den Zeitpunkt freiwillig wählen kann, in dem ich mein Herz und meinen Geist öffne für einen GOTT, der nur Liebe ist, der nur mein Glück will und mir näher ist, als meine Hand, die ich mir vor Augen halte. Für einen GOTT, für den Verlust, also opfern und Schuld, Schmerzen sowie jegliche Form von Leid keine Bedeutung haben. Für einen GOTT, dessen selbstverständliches Einssein mit dem, was ich wirklich bin, ich spüren kann, wenn ich mein altes Lernen vergebe und mich dem HEILIGEN GEIST in mir öffne. Was kann der HEILIGE GEIST anders sein, als die Stimme, die für GOTT spricht? Die Stimme, die nichts anderes will, als mich mit unendlicher Liebe und Sanftheit anzuleiten – wenn ich bereit bin – auf meinem Weg zu meinem wahren SELBST.

Begriffe, die im allgemeinen Sprachgebrauch eine belastete Sinnhaftigkeit in sich tragen, lasse ich in mir in einem heilenden, wohlwollenden Licht neu erstehen. Jesus kann endlich als der liebende Bruder, der er wirklich ist und für uns sein möchte, angenommen werden. Da er weiß, wie es ist, ein Mensch zu sein, kann er uns so gut helfen. Er tut dies durch viele Helfer auf Erden, die ihr eigenes Leben bewusst in seinen Dienst stellen. Es ist ein Dienst, der ihnen selbst Glück und Frieden verleiht.

Was ist GOTT denn nun?

Was GOTT wirklich ist, kann nicht in Worte gefasst werden. ER kann nur erkannt werden. Doch benötigen wir Wörter zur Kommunikation.

Für mich steht GOTT für ein Licht, das in uns allen wohnt und das uns miteinander eint.
ER ist keine Illusion.
ER benötigt keine Rechtfertigung.
ER ist.
Das Licht ist.
Selbstverständlich.
GOTT steht für die Liebe, in der wir erschaffen wurden und die wir selbst sind.
In IHM ist jede Trennung aufgehoben.
In IHM sind wir.
Eins.

Endlich steht der Weg zur vollkommenen Heilung, zum Gewahrsein dessen, was ich wirklich bin, offen. In meinem SELBST ist kein Mangel, kein Verlust, kein Schmerz und kein Tod möglich. Ich kann es nur weiter träumen.

Was ist das SELBST?

Deine wahre IDENTITÄT

* Ein Kurs in Wundern© 

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